Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Weltuntergang am Gymnasium


„Die schönsten Geschichten sind immer traurig. Doch wer den Tod kennt, der liebt ihn, denn hinter dem Weltuntergang ist ein verschneites Tal“, sinniert ein Geist. In den Verkehrsnachrichten werden kilometerlange Staus auf der Autobahn gemeldet. Die Zeit bis zum Weltuntergang wird in Minuten und Sekunden angezeigt. Doch Jerry (Sanik Izi) leugnet das Szenario: „Der Klimawandel ist eine Lüge der Ökomafia. Es wird Zeit, dass wir nur noch das glauben, was wir selbst gesehen haben.“ Die Bühne ist voller Plastikmüll, einem Baumstumpf und düsterer großformatiger Bilder.
„Das Ende der Welt“ ist das Produkt des Wahlfaches „Darstellendes Spiel“ des elften Jahrganges des Detlefsengymnasiums. Die Mitspieler waren textsicher und voller Spielfreude dabei, um zu zeigen, was sie im Unterricht gelernt hatten. Sechs Monate haben sie an dem Stück gearbeitet – zum Schluss mit zusätzlichen Proben am Sonntag. Kursleiter Vincent Schubarth hatte das Theaterstück extra für seine Schüler geschrieben. Und er konnte zufrieden sein. Immerhin musste er für alle 21 Schüler eine oder mehrere Rollen unterbringen in den acht Szenen des 90-Minuten-Stückes.

Mal sind es die Geister in ihren schwarzen Kutten, die auf der Suche nach den letzten Menschen sind. Mal ist es die Jugend, die mit Krankheit, Hunger, Durst und der Flucht vor dem heißen Regen kämpft und dabei über das Leben und die Politik philosophiert. Und mal sind es die Gemüter am Gasttisch, die skurile Monologe von sich geben und sich wehmütig an bessere Zeiten erinnern. „Der Käse ist bald alle, es sind nur noch die Löcher übrig.“

Keine leichte Kost für die Zuschauer, denn es fehlte der eindeutige Handlungsstrang. Aber gerade durch die schwermütigen Textpassagen und das Nebeneinanderleben der Protagonisten in der Krise wird das Untergangsszenario für die Besucher lähmend unheimlich. Die Textzeile „Wir sind doch Menschen, wir halten zusammen“ erhält eine endzeitliche abstruse Wendung. Schließlich muss auch Macho Jerry gegenüber seiner Gegenspielerin Tina (Sarah Nowak) erkennen, dass er als letzter Mann auf der Erde seine Daseinsberechtigung verloren hat.

Im vorangegangenen Unterricht des Theaterkurses wurden Aufwärmübungen und Kurzszenen geschult. Mimik, Gestik und Sprache wurden trainiert, und auch ein Besuch im Profitheater zählten zum Ausbildungsinhalt. Und dabei kam der Wunsch auf: „Wir wollen selbst spielen.“ Das ist den Schülern eindrucksvoll gelungen. Selbstbewusst präsentierten sie das Zusammenspiel. Keine Schwächen im Timing und Ausdruck. Levke Schinkel bedankte sich am Schluss bei Kurslehrer Vincent Schubarth: „Danke, dass Sie das Stück für uns geschrieben haben. Und danke, dass Sie es mit uns ausgehalten haben.“

Herbert Frauen

Das Ende der Welt_Die Jugendlichen

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Das Ende der Welt_Tina und Jerry

Das Ende der Welt_Die Geister
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Das Ende der Welt_Tina und Jerry1

Das Ende der Welt_Vom Eise befreit

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Das Ende der Welt_Abschied2

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