Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Religionsunterricht in der Orientierungsstufe


Liebe Eltern,
Sie müssen für Ihr Kind vor dem Eintritt in die fünfte Klasse entscheiden, welchen Unterricht – Religion oder Philosophie – ihr Kind erhalten soll. Sie sind in dieser Entscheidung frei, Ihre Entscheidung ist also nicht abhängig von Ihrer konfessionellen / religiösen Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit. Die FachkollegInnen am Detlefsengymnasium verstehen den Religionsunterricht als „Religionsunterricht für alle“.
Also: Für Teilnahme, Erfolg und Bewertung der Unterrichtsleistungen spielt der persönliche Glaube oder Nichtglaube keine Rolle.
Der Religionsunterricht will mit dazu beitragen, die Schülerinnen und Schüler zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu befähigen. Dabei orientiert er sich an der Würde des Menschen auf der Grundlage der Menschenrechte und der religiösen und aufklärerischen Tradition. Hierzu gehört, dass die Schülerinnen und Schüler die Wurzeln unserer Kultur kennenlernen und sich kritisch mit ihr auseinandersetzen. Dafür beschäftigt sich der Religionsunterricht unter anderem mit biblischen Texten und mit der christlichen Tradition. Aber auch islamische und jüdische Traditionen werden thematisiert und mit den persönlichen Fragen der Kinder in Beziehung gesetzt.
Da unsere heutigen Schülerinnen und Schüler ganz unterschiedlich religiös, konfessionell und kulturell geprägt sind, ist es ein Anliegen des Religionsunterrichtes, zu einer eigenen gesprächsfähigen religiösen bzw. weltanschaulichen Position beizutragen. Dies soll die Schülerinnen und Schüler zum Kennenlernen und zur Achtung anderer Positionen befähigen.
Vorrangiges Ziel ist es, zu ein einem authentischen Lebensentwurf beizutragen, der auf Toleranz und Eigenverantwortlichkeit basiert. Der Religionsunterricht befasst sich demgemäß sowohl mit der religiösen Dimension des Menschseins als auch mit ethischen Fragestellungen unserer Gesellschaft.
Der Religionsunterricht lenkt zudem seinen Blick auf die Zukunft und damit auf die Möglichkeiten einer Veränderung der Lebensverhältnisse hinsichtlich Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Er soll die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigen darüber nachzudenken, in welcher Weise sie sich daran beteiligen können.

Themenfelder des Religionsunterrichts sind unter anderem:
● Wie können wir von Gott sprechen?
● Wie ist die Bibel entstanden?
● Wie hat Jesus gelebt und wofür hat er sich eingesetzt?
● Wie können wir die Gleichnisse und Wunder Jesu verstehen?
● Wie gehen wir mit der Welt als Schöpfung Gottes um?
● Was Glauben Juden und was glauben Muslime?
● Welche Feste feiern Christen?
● Was ist Wahrheit? - Was ist Lüge?


Religionsunterricht in der Oberstufe


Für die Einführungsphase müsst Ihr Euch im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenbereich zwischen Religion und Philosophie entscheiden. Der Unterricht in diesen Fächern ist während der Einführungsphase und im ersten Jahr der Qualifikationsphase verpflichtend. SchülerInnen des gesellschaftswissenschaftlichen und des sportlichen Profils erhalten außerdem auch im letzten Schuljahr verpflichtend Religions- oder Philosophieunterricht; die übrigen können – sofern die Umstände (Kapazitäten, Lerngruppengröße) es zulassen – Religion bzw. Philosophie freiwillig hinzuwählen und sich dann gegebenenfalls auch in diesem Fach im Abitur (mündlich) prüfen lassen. Voraussetzung dafür ist die durchgängige Belegung des Faches Religion bzw. Philosophie während der gesamten Oberstufe.
Der Religionsunterricht ist im Bildungsauftrag der Schule verankert, der sich auf die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte begründet. Diese Verankerung schließt eine Glaubensunterweisung aus. Das heißt konkret: Der persönliche Glaube oder Nichtglaube, die persönliche Religiösität oder Nichtreligiösität oder die Kirchenzugehörigkeit oder Konfessionslosigkeit einer Schülerin oder eines Schülers spielen für Teilnahme, Erfolg und Bewertung keine Rolle. Auch wenn der Religionsunterricht in Schleswig-Holstein als „Evangelischer“ bzw. „Katholischer Religionsunterricht“ angeboten wird, verstehen die FachkollegInnen am Detlefsengymnasium den Religionsunterricht als „Religionsunterricht für alle“. Wer Religion wählt, sollte allerdings ertragen können, dass im Religionsunterricht (auch) über Gottesvorstellungen gesprochen wird – im Christentum wie im Judentum und im Islam, aber auch im Buddhismus und im Hinduismus und in Religionsformen wie z.B. im Satanismus.
SchülerInnen erhalten ein fundiertes Wissen um die Inhalte und Erfahrungen der christlichen Überlieferungen, die nicht nur die europäische Geschichte und Kultur maßgeblich mitgeprägt hat, und die Möglichkeit, Literatur, Kunst, Musik, Geschichte und auch Politik angemessen zu versehen. Wer z.B. etwas von christlicher Ethik und vom Islam verstanden hat, wird sowohl Islamismus als auch Islamfeindlichkeit hoffentlich angemessen(er) beurteilen können. Wer sich mit unterschiedlichen religiösen und philosophischen Menschenbildern auseinandersetzt, wird zu grundlegenden ethischen Fragen – z.B. in den Themen Schwangerschaftsabbruch, „Sterbehilfe“ oder Suizid - eine kritische Haltung einnehmen können. In diesem Sinne leistet der Religionsunterricht auch einen entscheidenden Beitrag zum fächerübergreifenden Arbeiten.
Warnen muss man an dieser Stelle vor einer Fehleinschätzung, was den Schwierigkeitsgrad der Fächer angeht: Religion ist nicht „leichter“ als Philosophie – Denken wird in beiden Fächern gefordert!

Themen in der Oberstufe:
Einführungsphase, 1. Halbjahr: Exegese (Entstehung und Auslegung biblischer Schriften)
Einführungsphase, 2. Halbjahr: Weltreligionen
Qualifikationsphase, 1. Halbjahr: Anthropologie (Menschenbilder) in theolog. Perspektiven
Qualifikationsphase, 2. Halbjahr: Ethik in theologischen Perspektiven
Qualifikationsphase, 3. und 4. Halbjahr: es können Themen aus allen Themenbereichen behandelt werden, z.B. Religionskritik/Atheismus, Antijudaismus, „das Böse“ etc.