Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Macher mit Herz und Seele


Hartmut Appel hat das Detlefsengymnasium nachhaltig geprägt. Optisch ist seine Handschrift deutlich zu erkennen.
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Im Vergleich zu den Summen, die mit Blick auf den Berliner Hauptstadtflughafen, die Hamburger Elbphilharmonie oder den Stuttgarter Bahnhof genannt werden, sind 8,5 Millionen Euro ein echtes Schnäppchen. Doch für eine Schule in einer Kleinstadt ist es sehr viel Geld. Geld, das gerade in die neue Sporthalle des Detlefsengymnasiums investiert wird.

Ob es am Ende bei den anvisierten 8,5 Millionen Euro bleibt, kann noch niemand genau sagen, auch nicht Schulleiter Hartmut Appel. Schließlich hat sich der Bau der Sporthalle schon deutlich verzögert, und auch finanziell liegt der Kreis nicht mehr im ursprünglich geplanten Rahmen. Die Schule gehört dem Kreis Steinburg und wie berichtet gab es eine lange Diskussion, bis die Kreispolitiker den Bau genehmigten.

„Ich hoffe, dass die Sporthalle im Oktober oder November 2020 fertig ist“, sagt Appel, der schon vor Monaten angekündigt hat, die Einweihung der neuen Halle noch als Direktor des Detlefsengymnasiums erleben zu wollen. Eigentlich war geplant, dass er im Sommer 2020 in Pension geht. Doch Appel ist niemand, der auf halbem Weg die Segel streicht. Und so hat er bei den Entscheidungsträgern einen Antrag eingereicht mit der Bitte, noch ein halbes Jahr länger Chef des Kreisgymnasiums bleiben zu dürfen.

Wer mit Appel spricht, merkt rasch, dass er im wahrsten Sinn seinen Mann steht. Kuschen ist nicht sein Ding. Wegducken auch nicht. Und so ist es ist ein gutes Stück weit Hartmut Appels Hartnäckigkeit zu verdanken, dass die Sporthalle alle Hürden und Hindernisse genommen hat. Mal drohte der Geldhahn zugedreht zu werden, mal erwiesen sich Ausschreibungen als schwierig. Alles Vergangenheit. „Jetzt läuft es“, versichert Appel, der zum Schuljahr 2005/’06 seinen Dienst als Leiter des Detlefsengymnasiums angetreten hatte.
Die Schule von damals hat mit der von heute nur noch wenig gemeinsam. Das lässt sich schon optisch belegen. Die Fassade wurde komplett erneuert und hat dem Gymnasium ein neues und vor allem modernes Gesicht verliehen. Freundlicher sieht sie aus, die alterwürdige Schule, die 1630 gegründet wurde.

Damit ist das Detlefsengymnasium die älteste höhere Schule im Kreis Steinburg und eines der ältesten Gymnasien in Schleswig-Holstein. Eine so lange Geschichte kann wie Blei auf einer Institution lasten. Für Appel von Anfang an kein Grund, am Althergebrachten festzuhalten.
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Lange Jahre besaß die Schule einen Innenhof, der keinerlei Zweck erfüllte. Für die Schüler war der Hof Tabuzone, nur das Unkraut fühlte sich wohl. Es ist der Platz, an dem heute die Mensa steht. Als Zentrum der Schule, als Treffpunkt und Veranstaltungsort für Podiumsdiskussionen. Lichtdurchflutet ist der hohe Raum heute, bunte Stühle vermitteln eine Fröhlichkeit, die der Schule einst fremd war. 6,8 Millionen hat der Umbau gekostet, die offizielle Einweihung folgte am 27. Oktober 2011.

Gefragt, ob die Umbaumaßnahmen mit der Turnhalle abgeschlossen sein werden, schüttelt Appel den Kopf. Gerade jetzt würden noch letzte Handgriffe am Versorgungsgebäude vorgenommen. Das steht zwischen Dänenkamp und Lehrerzimmer und dient auch als Bushaltestelle. Die sei längst überfällig gewesen, merkt Appel an. Parallel würde die Brandschutzsanierung der Schule über die Bühne gehen. Alles nach neuesten Vorschriften, alles so hochwertig wie nur möglich.

„An Schulen darf nicht gespart werden.“ Davon ist Appel überzeugt. Das werde auch von den Schülern honoriert. „Wir haben hier keinen Vandalismus“, versichert er. Als nächstes sollen die naturwissenschaftlichen Räume modernisiert werden. Die Vorplanung dazu laufe bereits, „alles wird neu“, kündigt Appel an.

Die Vollendung dieses Projektes wird er allerdings nur noch als Direktor a.D. erleben. „Dann bin ich hier raus“, sagt der Mann, dem das Detlefsengymnasium weit mehr als nur eine neue Fassade zu verdanken hat.