Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Minimal-Musik voller Klangfülle
Schüler des Detlefsengymnasiums und der Musikschule stellen im Kulturmärz neues Projekt auf die Bühne

SÄNGER UND MUSIKER PRÄSENTIEREN WEITGEHEND UNBEKANNTE WERKE.

Mit dem „Minimal Music Projekt“ bekam der Kulturmärz eine ganz neue Klangfarbe, denn diese Musik ist hier weitgehend unbekannt. Seit den 1970-er Jahren prägten Steve Reich und Philip Glass ein Genre aus Elementen der modernen Klassik, des Jazz und des Psychedelic Rocks. Ergänzt durch Stücke von David Lang wurden die Werke auf der Bühne des Detlefsengymnasiums zum Klingen gebracht. Schüler und Dozenten der Musikschule und Schüler des Detlefsengymnasiums ließen sich unter Leitung von Daniel Schröder und Wieland Reich auf dieses Experiment ein. Eine Kooperation der beiden Einrichtungen, die zum zweiten Mal erfolgreich funktionierte.
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Dozent Daniel Schröder von der Musikschule berichtete vom Beginn der Proben: „Viele der mitwirkenden Künstler waren ahnungslos und wussten nicht, worauf sie sich eingelassen hatten. Jetzt wissen sie es.“
Ähnlich erging es den Zuhörern. Im Laufe des Abends gelang der Zugang zur Musik, den Künstlern und den Komponisten. Denn in Filmsequenzen kamen die Komponisten Steve Reich (geboren 1936) und Philip Glass (geboren 1937) zu Wort und erzählten von ihren Motiven und dem Komponieren als musikalische Entdeckungsreise. Durch das Stilelement der vielen Wiederholungen wurde die Gattung häufig als Meditationsmusik bezeichnet. Schröder: „Sie wurde belächelt. Einfach zu komponieren, einfach zu spielen – und einfach zu vergessen.“
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Dass die Musik nicht einfach zu spielen ist, zeigten die Künstler an diesem Abend eindrucksvoll. Die musikalischen Motive, die auf einfache Strukturen reduziert sind, die vielen Wiederholungen und kanonhaften Abhandlungen erfordern höchste Konzentration bei allen Mitspielern. Die Palette der Werke ging vom rhythmischen Klatschen, dem Schlagen von Klanghölzern über Streicher- und Klarinetten-Quartette bis zum Gesangssolo und dem Zusammenspiel von Gesang und Gesamtorchester. Die Einzelstücke mit wiederholenden Schleifen, wenigen Harmoniewechseln und lang gehaltenen Tönen dauerten bis zu 15 Minuten, wie bei „Eight Lines“ von Steve Reich.
Gast Rüdiger Fock: „Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Ich finde die Musik gut und inspirierend. Und ich werde diesen Abend nicht vergessen.“
Herbert Frauen