Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

Knecht Lasses doppeltes Spiel


Als der Vorhang sich öffnete, fand sich das Publikum in einer schwedischen Bauernstube wieder, in der die Bäuerin das Essen vorbereitete. Plötzlich stürmte ihr nichtsnutziger Sohn Nils mit einer haarsträubenden Geschichte über einen drei Meter hohen Elch herein. So geschieht es im diesjährigen Sommertheater mit Musik am Glückstädter Detlefsengymnasium.
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In der Kneipe verspielt Nils (stehend hinten) sein Geld und den halben Hof.
 
Nils ist nicht sonderlich an der Führung des elterlichen Hofes interessiert, sondern vielmehr an zweifelhaften Vergnügungen wie dem Glücksspiel oder der Trinkerei. Und auch ums Heiraten macht sich der junge Mann so gar keine Gedanken, obwohl seine Mutter ihn gern mit der Tochter Malin des Nachbarhofes vermählt sähe. Doch die ist ebenso wenig begeistert von Nils, wie er von ihr.
Dominiert von viel Musik
Überhaupt sind Malin und ihren Freundinnen die jungen Männer im Dorf entweder zu langweilig oder zu frech. Sie wünschen sich Männer, die ihnen den Hof machen und ihnen etwas bieten können. Davon ist jedoch Nils mit seiner Spielerei weit entfernt. Als er schließlich alles Geld und noch den halben Hof dazu verspielt und damit seine Mutter in Armut gestürzt hat, scheint sich für ihn doch alles zum Guten zu wenden.
Publikum kann mitmachen
In höchster Not trifft er auf den Knecht Lasse, der ihm, ähnlich wie ein Flaschengeist, jeden Wunsch zu erfüllen scheint. Nils bekommt einen großen Hof, viele Tiere und überhaupt eben alles, was er sich wünscht. Und jetzt macht er auch Malin den Hof. Ob ihn sein Reichtum jedoch glücklich macht und ob er und Malin schließlich zusammenfinden, das können Interessierte heute Abend ab 19 Uhr noch einmal herausfinden, wenn im Detlefsengymnasium die dritte und letzte Aufführung des Musiktheaters „Lasse, mein Knecht“ gezeigt wird.
Tiefgang und viele komische Momente
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Dominiert wird die Aufführung des schwedischen Märchens in Glückstadt von vielen Musikstücken. Unter der Regie von Wieland und Regine Reich hatten die Schüler Stück und Musik in den vergangenen Wochen eingeübt. Wieland Reich führt Chor und Orchester mit großem Einsatz durch das musikalische Schauspiel. Dabei haben die musikalischen Zwischenstücke gleich eine doppelte Funktion. Zum einen sollen sie Stimmung ausdrücken und damit das Spiel der Schüler auf der Bühne unterstützen, was in vielen Szenen deutlich wird. So werden während einer Kneipenszene schwedische Trinklieder gesungen, in die das Publikum sogar mit einstimmen kann. Und als Nils Mutter erfährt, dass der Sohn alles verspielt hat, wird ihr ein Trostlied aus der Feder des früheren Abba-Sängers Benny Anderson gespielt.
Zum anderen überbrücken die Musikstücke auch die Umbauphasen, denn davon gibt es reichlich im Stück. Die vielen musikalischen Einlagen begeisterten das Publikum, ließen aber das Spiel auf der Bühne zeitweise fast in den Hintergrund treten. Dabei hat die Geschichte des leichtsinnigen Bauernsohnes, dem ein guter Geist scheinbar aus der Misere hilft, durchaus Tiefgang und auch viele komische Momente. All das bringen die Schüler mit viel Liebe zum Detail und großer Spielfreude engagiert und textsicher auf die Bühne des Gymnasiums. (Claudia Jörgens)