Willkommen am Detlefsengymnasium in Glückstadt

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Erheben das Glas auf den Rohbau: Karsten Küker (l.) und Hartmut Appel. Herbert Frauen

Bereits im Dezember 2016 war nach langem politischen Ringen der Beschluss zum Neubau der Sporthalle im Kreistag mit großer Mehrheit gefasst worden. Mit dem Richtfest ist nun ein weiterer Schritt zur Fertigstellung vollzogen.

„Hartmut Appel ist hartnäckig, wenn er nicht ans Ziel kommt, und er zeigt eine hohe Begehrlichkeit“, beschrieb der stellvertretende Landrat Heinz Seppmann mit launigen Worten die Anfänge. „Bei der Einweihung des Umbaus im Hauptgebäude hatte ich schon gesagt, nun ist Schluss, der Kreis hat kein Geld mehr.“ In der Debatte im Kreistag ging es zunächst darum, ob die bestehende Halle saniert oder ob neu gebaut werden sollte. Die Kosten waren anfangs mit drei Millionen Euro kalkuliert. Seppmann: „Inzwischen liegen wir bei 6,85 Millionen Euro, obwohl wir kein Geld haben.“ Er kam aber zu dem Schluss: „Die Entscheidung für den Neubau war vernünftig und gut so.“ Bewegung sei eine wichtige Komponente in der schulischen Erziehung. Er schlug den Bogen zum Turnvater Jahn, der sich die Jugend frisch, fromm, fröhlich und frei wünschte.

Bereits davor hatte Karsten Küker von der Bedachungsfirma DWK den Richtspruch gehalten und mit einem zertrümmerten Kornglas dem Bau alles Gute gewünscht. Zusammen mit Schulleiter Hartmut Appel stand er auf einer Hebebühne unter dem Hallendach. Appel sprach davon, dass sich die Situation rund um die Schule und den Neubau langsam entspanne. Sein Dank galt den beteiligten Firmen, den Bürgern in der Nachbarschaft, den Kollegen und dem Kreis als Bauträger. „Es sieht so aus, als wenn ich hier von oben herab spreche, aber das Gegenteil ist der Fall. Als Sohn eines Zimmermanns weiß ich sehr wohl die Arbeit der Planer und Handwerker zu schätzen.“ Er lobte die „tolle handwerkliche Qualität“, insbesondere des Bauhauptgewerks. „Die Zusammenarbeit mit Kreisbauamt und dem Architekten haben hervorragend geklappt. Und zum Glück hatten wir unseren Hausmeister Thorsten Jahraus, der die sekundäre Bauleitung durchgeführt hat.“
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Die Dreifeld-Sporthalle hat eine Nutzfläche von 2100 Quadratmetern und eine reine Sportfläche von 1100 Quadratmetern. Neben den Sanitär- und Umkleideräumen gibt es auch einen Fitnessraum und einen Unterrichtsraum für die Sporttheorie. Architekt Thomas Rader über die Herausforderungen beim Bau: „Nach dem Baustart im Herbst 2018 lief es zunächst sehr gut.“ Als erstes wurde das separate Gebäude für die Heizung gebaut. Die Heizung erfolgt als Geothermie-Anlage und trennt Halle und Hauptgebäude der Schule. „16 Erdsonden befördern Wasser aus 80 Metern Tiefe zu den Wärmepumpen, die dem Wasser Wärme für die Fußbodenheizung entziehen und im Sommer auch zur Kühlung Wärme wieder ableiten können.“ Zwischen dem Innenmauerwerk aus Kalksandsteinen und dem Verblend mit Glückstädter Klinkern sind 20 Zentimeter Isolierung. Das Dach ist über den Profilblechen mit 28 Zentimeter Isolierung und einer Kunststoffhaut gedämmt. Schwierigkeiten ergaben sich dadurch, dass zwei Gewerke neu ausgeschrieben werden mussten. „Die vorgesehenen Betonträger für das Dach erwiesen sich als zu schwer für die Straße, sodass wir auf Holzbinder umsteigen mussten. Für die Dacharbeiten musste die Firma gewechselt werden.“

Insgesamt zeigte sich Rader zufrieden. Zusammen mit dem Statiker Mario Neumann war er oft vor Ort. „So ein Bau ist eben keine Fließbandarbeit, sondern individuelle Handwerkskunst. Das Zusammenspiel muss passen und kleine Probleme müssen kollegial mit den Firmen gelöst werden.“ Rader ist froh, dass der gesteckte Kostenrahmen bis jetzt eingehalten werden konnte.